Kraftpapier

Kraftpapier ist auf Grund der Anforderungen die Papiersorte mit der höchsten Festigkeit. Der Fachausdruck dafür ist "Zugfestigkeit", die natürlich vom Flächengewicht abhängig ist, deshalb wird davon der Index errechnet. Also wird meistens vom Zugfestigkeitsindex, kurz "ZFI", gesprochen.

Um diese hohen Festigkeiten zu erreichen, wird bereits der Rohstoff Holz sortiert. Besonders geeignet sind Nadelhölzer (z. B. Fichte, Kiefer,) und hier vor allem langsam wachsende Nadelhölzer. Durch den langsamen Wuchs erhält das Holz kräftigere Fasern, so dass hier die nordischen Länder einen Vorteil besitzen, der sich aber durch die größere Zeitdauer beim Wiederaufforsten etwas ausgleicht.

Kraftpapier besteht zu beinahe 100 % aus Zellstofffasern, lediglich Stärke, Alaun und Leim werden zugesetzt, um Oberflächeneffekte und Festigkeitssteigerungen zu erzielen. Die Verwendung von Altpapier bei der Herstellung von Kraftpapier ist undenkbar, da Altpapier viele beschädigte Fasern enthält und so die Festigkeit herabsetzen würde. Außerdem können auch keine Füllstoffe verwendet werden, die z. B. in graphischen Papieren einen Gutteil der Masse ausmachen.

Um die Festigkeit zu verbessern, wird der Zellstoff vor der Papierherstellung oft noch gemahlen (refined). Dabei spleißen sogenannte Fibrillen von der Faseroberfläche ab, die sich miteinander verhaken und so ein dicht verbundenes, starkes Fasergeflecht bilden. Die Festigkeitssteigerung nimmt dabei zu Beginn stark zu und flacht zusehends asymptotisch ab, bis auch mit weiterer Mahlleistungssteigerung keine Festigkeitssteigerung mehr erzielt werden kann. Der Papiermacher spricht dann von "totgemahlenem" Zellstoff. Die Kunst besteht darin, den Zellstoff so zu mahlen, dass das Kosten-/Nutzenverhältnis (Stromverbrauch für Mahlung/Festigkeitssteigerung) optimal ist.

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