Evers liefert 280 Tonnen-Traverse an MAN Turbo AG

Der Maschinenbauer MAN Turbo AG mit Stammsitz in Oberhausen verfügt über die weltweit breiteste Produktpalette für Turbomaschinen. MAN Turbo bietet seit über 100 Jahren maßgeschneiderte Lösungen aus einer Hand, von der Einzelmaschine bis zum schlüsselfertigen Maschinensatz.

Der Maschinenbauer MAN Turbo AG mit Stammsitz in Oberhausen verfügt über die weltweit breiteste Produktpalette für Turbomaschinen. Das Angebot umfasst Einzelmaschinen und komplette Maschinenstränge, reicht vom Neuanlagenbau bis zum After Sales Service für Kompressoren und Turbinen. MAN Turbo bietet seit über 100 Jahren maßgeschneiderte Lösungen aus einer Hand, von der Einzelmaschine bis zum schlüsselfertigen Maschinensatz.

Als Komplettanbieter in den Bereichen Heben, Sichern, Fördern und Verpacken liefert die Evers GmbH in Oberhausen (www.eversgmbh.de) seit vielen Jahren die unterschiedlichsten Lastaufnahmemittel an Man Turbo. Innovative und kreative Beratung, nachhaltige Zuverlässigkeit, höchste Lösungskompetenz auch für individuelle Anforderungen und die Vorteile der kurzen Wege sind Basis für die langjährige kooperative Zusammenarbeit der beiden Oberhausener Unternehmen.

 Details
Gewichte: bis 250 t
Abstand Anschlagpunkte: max. 13 Meter in der Länge, max. 7 Meter in der Breite
Schwerpunkte: asymmetrisch, max. 2 m oberhalb der lastseitigen Anschlagpoller
Höhe der Maschinen: bis 5 m
Montagehöhe: ca. 15 m
 
 

Anforderung des Kunden
Auslöser für die Investition in eine 280 Tonnen schwere Traverse war ein Großauftrag auf Lieferung von acht komplexen Einheiten, ausgestattet mit Industrieturbinen und Verdichtern. Die Maschinen sind zu bis 250 Tonnen schwer und haben Abmessungen von rund 13 Metern Länge, 7 Metern Breite und 5 Metern Höhe.

Diese Maschinen sollen vor Auslieferung an den Kunden auf dem Prüfstand der MAN Turbo AG in Oberhausen in einer Höhe von knapp sieben bzw. elf Metern unter Realbedingungen getestet werden. Die Maschinenoberkanten erreichen bis zu 15 Meter Höhe.

Eine komplexe Aufgabe stellte die Lösung des innerbetrieblichen Transportes der schweren Maschinenteile während der Montagearbeiten dar. Bisher wurden die Maschinen an ihren vier Aufhängepollern mit Hilfe eines Hallenkrans und bis zu drei Autokranen gehoben. Dieses kostenintensive Verfahren erfordert zudem einen enormen Platz- und Zeitaufwand. Hinzu kommt, dass MAN Turbo mittlerweile eine Zunahme von Aufträgen mit diesen Gewichten und Abmessungen verzeichnet. Um bei dem Prüftest die geforderten Gewichte bei der erforderlichen Ausladung heben zu können, werden Autokrane mit einer Nennlast von 500 Tonnen benötigt. Die dafür benötigte Standfläche wird jedoch dringend für andere Montagen benötigt. Zudem dauern Auf- und Abbau der Krane jeweils bis zu einem Tag.

Projektziel
MAN Turbo, Evers und deren Kooperations-Partner Axzion-GKS aus Langenfeld, der spezialisiert ist auf „intelligente Lastaufnah-memittel“, die in enger Zusammenarbeit mit den Anwendern entwickelt werden, definieren ein gemeinsames Projektziel: Die Einsätze der Autokrane werden eliminiert. Zusätzlich wird der innerbetriebliche Transport der Maschinen beschleunigt. Kosten, Zeit und Hallenplatz für andere Montagen werden gespart und auf diese Weise zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojektes beigetragen.

Projektierung
Die Aufgabenstellung ist umfangreich. Die beteiligten Unternehmen wissen, dass das Projektziel nur schwer zu erreichen sein würde. Christoph Bergforth, Geschäftsführer von Evers und Raimund Rötzel, Geschäftsführer von Axion-GKS, raten MAN Turbo, die Autokrane durch eine speziell angefertigte H-Lasttraverse mit 2-Kran-Aufhängung zu ersetzen.

Eine Traverse ist eine mechanische Tragvorrichtung, die zur Stabilisierung, Befestigung oder Verbindung verwendet wird. Häufig wird sie eingesetzt als Lastaufnahmemittel beim Anschlagen, d.h. „an den Kran bekommen“ von Lasten und immer dann, wenn Gegenstände über eine gewisse Breite aufgehängt werden sollen. Je nach Einsatzzweck unterscheidet man ebene Varianten (z.B. Balken- oder Spreiztraversen) oder räumliche Bauformen (z.B. H- oder Rahmentraversen.). Beide Versionen werden individuell nach je nach ihrem Einsatzzweck in zahlreichen Sonderausführungen gebaut, z.B. Rahmentraverse für Container, teleskopierbare Bergetraverse, hydraulische Setztraverse für Brückenteile, Stützwalzentraverse, Rohrtraverse für Schwerlastrundschlingen oder Modultraverse mit wahlweise Längs- oder Querträgern.

Realisierung
Die aus den Kundenanforderungen und der Projektzielsetzung abgeleitete 57 Tonnen schwere Traversenkonstruktion bedeutet für Evers und Akzion-GKS intensive Kooperation in der Produktentwicklung und der damit verbundenen engineering-Aufgaben, der logistischen Anforderungen sowie der Ressourcenbindung in personeller als auch in materialwirtschaftlicher Hinsicht.

Die Hauptprobleme des anspruchsvollen Projektes sind wie folgt:

Die Geometrien der Maschinen sind unterschiedlich. Der Lastschwerpunkt ist nie exakt in der Mitte der vier Anschlag-punkte. Beim Einsatz der Autokrane ist dies recht einfach zu lösen, indem die Krane mit unterschiedlichen Kräften ziehen und so ein Umschlagen und Kippen der Maschinen verhindern.

Beim Einsatz einer Traverse besteht unter bestimmen Um-ständen die Gefahr des Umkippens. Dies ist auch hier der Fall, da sich die Anschlagpunkte an der Last unterhalb des Maschinenschwerpunktes befinden. Im Extremfall kann die Last abstürzen. Die neue Traverse muss speziell für diese Anforderung gerüstet sein.

Normalerweise werden Traversen voreingestellt und an der Last angeschlagen, d.h. an den Kran gehängt. Stellt man fest, dass die Last nicht gerade hängt, der Schwerpunkt falsch ein-gestellt wurde, ist ein erneutes Ab- und Anschlagen der Last erforderlich. Dazu wird die Traverse ausgehängt, auf den Boden gesetzt und erneut eingestellt. Da man den Lastschwer-punkt nur annähernd kennt, ist dies ein Try-and-Error-Verfahren und wird so oft wiederholt, bis die Last gerade hängt. Ein Versuch kann zwei bis 4 Stunden dauern. Manchmal wird tagelang ausprobiert, bis die Last gerade hängt. Um effizient zu arbeiten, wird die neue Traverse so konzipiert, dass ein Verstellen mit angehängter Last möglich ist.

Die Montagehallen von MAN Turbo sind trotz einer Erhöhung noch sehr niedrig. Die Maschinen werden in der Höhe montiert. Zwischen der Oberkante der Maschinen und Unterkante der Traverse beträgt der Zwischenraum nur 15 cm.

Nach umfangreichen Planungs- und Engineeringarbeiten durch Evers und Akion-GKS wird folgende Traverse gefertigt (Auszüge aus dem Lastenheft): Axzion GKS Lastaufnahmemittel mit zwei Kranen, Nenntragfähigkeit: ca. 300.000 kg, Eigengewicht: ca. 55 Tonnen. Die Traverse ist für unterschiedliche Transportaufgaben in beiden Montagehallen der MAN Turbo AG in Oberhausen ausgelegt. Der Abstand der kranseitigen Aufhängungen ist auf ca. 16 Meter starr eingestellt. Zusatzausstattungen: Längstraverse mit elekrischen Antrieben zur Verstellung der Quertraversen. Quertraversen mit elektrischen Antrieben zur Verstellung der Anschlagpunkte. Somit ist eine Einzelverstellbarkeit der Längs- und Quertraversen möglich, jedoch nicht unter Last. Lastseite: Zwei Stück verstellbare Quertraversen, 10.000 Millimeter breit, auf dem Längsträger verschiebbar. Schwerpunktverstellung in Längsrichtung über Verschieben der Quertraversen auf dem Längsträger im eingehängten Zustand. Lastverteilung für die unterschiedlichen Krantragfähigkeiten der Montagehalle 1 über asymetrische Verstellung der Quertraversen auf dem Längsträger. An den Quertraversen werden die lastseitigen Anschlagpunkte an kugelgelagerten Kranfahrwerken aufgehängt. Die Fahrwerke lassen sich über Elektrokettenzüge stufenlos verstellen. Ein Aushängen der Traverse ist dazu nicht erforderlich. Schwerpunktverstellung in Querrichtung ist über asymetrische Anordnung der Fahrwerke relativ zum Längsträger möglich.

Die Traverse wird im Werk Langenfeld gefertigt. Der finale Aufbau der groß dimensionierten Traversenteile erfolgt bei MAN Turbo in Oberhausen. Die Funktionstüchtigkeit der Traverse wird durch die erfolgreiche Endabnahme bestätigt.
 

Hinweise beim Anschlag unterhalb des Lastschwerpunktes mit Traversen

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