Praxisbericht: Kranverladung eines Kranes

Auslegung von Anschlagmitteln zur Kranverladung eines Elektrokranes

Qualität beim Verladen und Transportieren von Großkomponenten, schweren Lasten und sperrigen Gütern – dafür steht der Name Alborn seit 1891. Mehr als 75 Maschinen und Großgeräte machen fast jede Aufgabenstellung zum Kinderspiel. Im Rahmen der Erweiterung des Maschinenparks wurde aktuell ein neuer Elektrokran mit maximaler Tragfähigkeit von 35.000 kg bei dem italienischen Hersteller JMG Cranes beschafft.

Rahmendaten Elektrokran:

Tragfähigkeit: max. 35.000 kg
Eigengewicht (mit/ohne Kontergewicht): 24.000 kg / 32.000 kg
Transportabmessung (LxBxH): 6.300 x 2.250 x 2.300 mm
Schwerpunktlage: Asymmetrie in Längsrichtung



Ausgangssituation:

Die Firma August Alborn GmbH & Co. KG arbeitet mit ihren Werkzeugen und Maschinen u. a. in Hochsicherheitsbereichen. Aufgrund der Betriebssicherheitsverordnung verlangen immer häufiger Auftraggeber für alle Arbeiten die auf ihrem Gelände durchgeführt werden, die Vorlage der dazugehörigen Gefährdungs- und Belastungsbeurteilung. Jede Tätigkeit muss 100% sicher sein und dem anerkannten Stand der Technik entsprechen. Schäden an Mensch und Einrichtung können zu Betriebsstillständen und Schäden in Millionenhöhe führen. Um den Elektrokran flexibel einsetzen zu können, soll dieser per Kran transportierbar sein. Hierfür werden passende Anschlagmittel benötigt die in ihrer Konzeption und Verwendung den anerkannten Regelwerken entsprechen. Ein ortsansässiger Fachbetrieb beim Herstellerwerk hat aufgrund der deutschen DGUV-Regel 100-500, Kap. 2.8 unter Berücksichtigung der asymmetrischen Lastverteilung ein 4-Strang-Rundschlingengehänge mit einer Nenntragfähigkeit von 63.000 kg ausgewählt. Die immens hohe Tragfähigkeit wurde notwendig, da nicht sichergestellt werden konnte, dass sich die Last auf mehr als zwei Laststränge gleichmäßig verteilt. Der Nachteil war, dass das Gehänge mit einem Eigengewicht von deutlich über 300 kg nur schwer durch das Personal zu bewegen wäre, zudem wäre es durch den zentralen Kranring nur an Einfachkranhaken ohne Adaption einsetzbar. Die Autokrane der Firma Alborn sind allerdings durchweg mit Doppelkranhaken ausgerüstet. Zur Optimierung der Anschlagsituation wurde die Firma Evers hinzugezogen.

Zielvorgabe:

  • Minimierung des Eigengewichtes der Anschlagmittel ohne Absenkung des Sicherheitsniveaus
  • Einhaltung aller geltenden Gesetze, Normen und Regelwerke

Lösung:

Im Rahmen der Vorbesprechung wurde seitens der Firma Alborn festgelegt, dass die Verladung des Kranes ausschließlich ohne Kontergewicht erfolgen wird. Dadurch verringerte sich das Lastgewicht deutlich. Hauptpunkt für die Minimierung der Anschlagmittel war jedoch, dass im Ausgangsfall gem. der DGUV-Regel 100-500 nur zwei Stränge als tragend gerechnet werden konnten. Es gibt jedoch als Ausnahmefall im Nachsatz die Möglichkeit, mehr als zwei Stränge tragend zu rechnen, wenn eine Verteilung auf weitere Stränge sichergestellt oder eine Überlastung der Einzelstränge ausgeschlossen ist. Die Verteilung des Lastgewichtes auf mehr als zwei Stränge wurde durch den Einsatz einer RUD Lastwippe erreicht. Unter Berücksichtigung der vorliegenden Asymmetrie und der Neigungswinkel lag durch die Verteilung der Last auf vier tragende Stränge nur noch eine Strangbelastung von unter 10.000 kg vor. Zur Reduktion des Gesamtgewichtes der Anschlagmittel und zum Schutz der Oberfläche des Kranes, im Besonderen die Fahrkabine, sollten möglichst Rundschlingen verwendet werden.

Aus diesem Grund und für die Verwendung an Doppelkranhaken wurde das ursprünglich geplante 4-Strang-Gehänge in zwei 2-Strang-Gehänge aufgeteilt, so dass beide Seiten des Doppelkranhakens ausschließlich normgerecht belastet werden. Eines der beiden Gehänge wurde mit der RUD Lastausgleichswippe ausgerüstet um die Lastverteilung zu gewährleisten. Die Gehänge selbst wurden bewusst kurz gehalten um das Gewicht zu minimieren, lastseitig sind Haken mit abgerundeten Oberflächen zum Einhängen von sehr leichten und verschleißfesten MagnumX-Hochleistungsrundschlingen angebracht. Die Befestigung der Rundschlingen am Kran erfolgt über passende GreenPin Schäkel. Heckseitig wird an den vom Hersteller vorgesehenen Schäkelbohrungen angeschlagen. Fronstseitig sind jedoch nur Lastbügel vorhanden, was es notwendig macht den Schäkel zur otpimalen Belastung zu drehen. Der Schäkel wurde etwas größer dimensioniert um die Rundschlinge am Schäkelbolzen ohne unzulässige Quetschungen einhängen zu können.

Ergebnis:

  • Die gesamten Anschlagmittel wiegen unter 120 kg, das schwerste Einzelteil (2-Strang-Gehänge mit Wippe) wiegt ca. 38 kg
  • Die Anschlagmittel können im Bedarfsfall auch für andere Anwendungen benutzt werden
  • Das Anschlagsystem kostet 40% weniger als das ursprüngliche 4-Strang-Gehänge

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