Ladungssicherungnormen

Auf unseren Straßen, den Meeren und Binnengewässern, in der Luft und auf Schienen werden täglich unglaublich viele Waren transportiert. Diese Waren müssen auf den Ladeflächen so gesichert werden, dass der Transport für niemanden ein Risiko darstellt.

Zwei Regelwerke beschäftigen sich mit der Berechnung der Ladungssicherung in Deutschland:

  1. Berechnung von Sicherungskräften VDI 2700 Blatt 2 vom Juli 2014
  2. Berechnung von Zurrkräften DIN EN 12195-1 in der Fassung vom Juni 2011

Im Folgenden werden die Formeln zum Vergleich beider Normen angegeben.

Formschlüssige Ladungssicherung

Formschlüssige Ladungssicherung ist gegeben, wenn das Ladegut sich beispielsweise gegen Stirn-, Bordwand und/oder Rungen abstützen kann. Hierbei müssen Stirn-, Bordwand und Rungen die entstehenden Kräfte aufnehmen können.

Eine weitere Art der formschlüssigen Ladungssicherung stellt das Schräg- und Diagonalverzurren dar, bei dem die Zurrmittel, Zurr- und Anschlagpunkte die entstehenden Kräfte aufnehmen müssen. Zielsetzung ist es immer, die Ladung in ihrer Position zu halten.

Verwenden Sie formschlüssige Ladungssicherung, wann immer Sie die Möglichkeit haben, denn diese Form der Ladungssicherung ist besonders effizient und sicher.

Berechnung der erforderlichen Rückhaltekraft (Mindest-LC) bei formschlüssiger Ladungssicherung: VDI 2700 Blatt 2:2014 und DIN EN 12195-1:2011-06

                          m × g (Cx - µ  × Cz )
FR =------------------------------------------------- 
          2 (cos(Alpha)  × cos(Beta) + µ  × sin(Alpha) 

DIN EN 12195-1:2011-06

                          m × g (Cx - µ x fµ × Cz )
FR =- ------------------------------------------------- 
          2 (cos(Alpha)  × cos(Beta) + µ  × fµ × sin(Alpha) 

FR – min. LC (Lashing Capacity) 
µ – Reibbeiwert
Alpha – vertikaler Zurrwinkel (zur Ladefläche) 
Beta – horizontaler Zurrwinkel (zur Ladefläche)
Cx – Beschleunigung nach vorne und hinten
Cz – Beschleunigung nach oben und unten
m – Masse
g – Gewicht

Beim Schräg- und Diagonalzurren sind die Zurrwinkel zu beachten. Idealerweise liegt der Vertikalwinkel zwischen 0° und 60°, der Horizontalwinkel in Längsrichtung zwischen 20° und 45°.

Kraftschlüssige Ladungssicherung

Durch das Niederzurren, also die kraftschlüssige Ladungssicherung, wird die Ladung gegen das Herabfallen oder Verrutschen gesichert. Beim Niederzurren wirken zwei Kräfte für die Ladungssicherung zusammen: die Vorspannkraft und die Gleitreibung.

Die Zurrgurte werden zur Aufbringung der Vorspannkraft eingesetzt. Je nach erforderlicher Vorspannkraft wird die Anzahl der einzusetzenden Zurrgurte ermittelt. Die Reibung, die sich aus der Materialpaarung von Ladung und Ladefläche ergibt, reduziert die Vorspannkraft, die nötig ist, um das Ladegut auf der Ladefläche zu fixieren. Sie können die Gleitreibung erhöhen, indem Sie eine Antirutschmatte unter das Ladegut legen.

Berechnung der Anzahl der nötigen Zurrgurte bei der kraftschlüssigen Ladungssicherung: VDI 2700 Bl.2 und DIN EN 12195-1:2004

                    m × g (Cx - µ  × Cz )
n =---------------------------------------------- 
                 k × µ ×  sin(alpha) ×  STF

DIN EN 12195-1:2010

                   m × g (Cx - µ  × Cz )
n =--------------------------------------------- ×  fs
                  2 × µ ×  sin(alpha) ×  STF 

n – Anzahl Gurte
fs – 1,1; bei Straßentransport in X = 1,25
k – Übertragungsbeiwert (k-Faktor) (DIN 1,5; VDI 1,8) 
µ – Reibbeiwert
Alpha – vertikaler Zurrwinkel (zur Ladefläche) 
Cx – Beschleunigung nach vorne und hinten
Cz – Beschleunigung nach oben und unten
m – Masse
g – Gewicht

 

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