Diagonalzurren

Das Diagonalzurren ist grundsätzlich dem Niederzurren vorzuziehen, da dabei keine besonderen statischen Vorspannkrafte aufzubringen sind. Die Zurrmittel/Zurrpunkte sind im Gegensatz zum Niederzurren nur mit einer leichten Vorspannung beaufschlagt. Die Zurrmittel werden nur dann höher belaset, wenn die Kräfte infolge einer starken Bremsung, Anfahren oder einer intensiven Kurvenfahrt auftreten.

Beim Diagonalzurren müssen einige Besonderheiten unbedingt beachtet werden:


Es handelt sich hierbei um die Anordnung und Lage der Zurrstänge zu den jeweilien Belastungsrichtungen. Es ist vergleichbar mit der Winkelgeometrie bei Anschlagmitteln, bei denen eine Neigungswinkel von 60° nicht überschritten werden darf. Ansonsten würde die Belastung in den Anschlagsträmgem überproportional in die Höhe schnellen.

Beim Diagonalzurren müssen jedoch 2 Winkelebenen (horizontal und vertikal) berücksichtigt und damit zwei Winkeldefinitionen vorgenommen werden.
Die Winkel α und β gehen entscheidend in die Berechnung ein. Der Winkel β ist der horizontale Winkel zwischen einer gedachten Geraden vom Zurrpunkt in Richtung Führerhaus und dem Kettenstrang.

Der Vertikalwinkel α ist der Winkel zwischen Ladefläche und dem Kettenstrang.
Wird β sehr klein, tritt bei der Kurvenfahrt eine sehr hohe Belastung des Zurrmittels auf.

Wird β sehr groß, tritt beim Bremsen/Beschleunigen eine sehr hohe Belastung auf.

Im Extremfall bei Winkel α = 90°, würde theoretisch eine unendlich hohe Kraft im Zurrmittel auftreten. Diese Ausführung soll besonders deutlich veranschaulichen, dass eine extreme kreuzweise Verzurrung als Sicherung in Fahrtrichtung, wie oft an Baufahrzeugen oder Walzen gezeigt, die ungünstigste Art einer Ladungssicherung in Fahrtrichtung darstellt.

Bei einem Winkel α ist die optimale Zurrmittelkraftausbeute zwischen 0° und 30° gegeben. Mit größer werdendem α erhöht sich auch die Belastung des Zurrmittels, bei einem Winkel vin 90° theoretisch bis ins Unendliche.

Berechnungsbeispiel der zulässigen Zugkraft (LC) nach folgender Formel:




Bagger

m = 18000 kg ≈ 18000 daN = G
Vertikalwinkel der Zurrstränge: β = 10°
Horizontalwinkel der Zurrstränge: α = 40°
Anzahl der Wirksamen Zurrmittel in jeweiliger Richtung: n = 2
Reibungskoeffizient µ bei verschmutzter/vereister Holzladefläche: µ = 0

cos 40° = 0,766
cos 10° = 0,984

LC = 9552,31daN
Für den Bagger mit einem Gewicht von 18000 kg und der aufgezeigen Zurranordnung muss also ein Zurrmittel gewählt werden, dass mindestens die zulässige Zurrkraft von 9552,31 daN besitzt.
Dies wäre zum Beispiel unsere 20-t-Schwerlastratsche oder eine ICE VSK 10, in Nenndicke 10mm.

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