Niederzurren

Niederzurren ist beim Güterstraßentransport die häufigste Zurrart, da die meisten Ladungen derart breit sind, dass ein sichern nur durch senkrechtes oder leicht schräges Niederzurren erfolgen kann. Beim Niederzurren sind jedoch unbedingt folgende Voraussetzungen zu beachten:

  • Es muss eine hohe Reibung zwischen Ladung und Ladeoberfläche sowie zwischen den Ladeeinheiten (Plattentransport) gewährleistet sein.
  • Es muss der ungefähre Gleit- Reibbeiwert μ geschätzt werden können oder bekannt sein.
  • Die Ladung muss einer höheren Vorspannung gewachsen sein.
  • Die Zurrpunkte müssen für die größere Belastung geeignet sein.
  • Das Wichtigste, die Größe der erforderlichen Vorspannungskraft, die mit dem Spannelement eingebracht werden muss, muss bekannt sein.

Diese Aufzählung lässt die Nachteile und die Grenzen des Niederzurrens erkennen: Beim Niederzurren sind die Zurrmittel, die Zurrpunkte und die Ladung selbst permanent einer hohen Zurrkraft ausgesetzt. Grundsätzlich funktioniert das Niederzurren aber nur, wenn wie erwähnt ein genügend großer Reibungskoeffizient zwischen Ladefläche und Ladung besteht. Stahl auf Stahl beispielsweise ist sehr ungünstig, weshalb zur Erhöhung der Reibung, Unterleghölzer, Reibungserhöhende Matten (Antirutschmatten) o.a. verwendet werden. Die Ladefläche und Ladung muss natürlich frei sein von Öl, Dreck und Eis.

Wie entsteht der Sicherungseffekt beim Niederzurren?


Durch das Aufbringen der Gesamtvorspannkraft Fv in den Zurrmitteln (Zurrkette, Zurrgurt) mittels Spannelementen (Spindelspanner/ Zugmessratsche) wird die Reibungskraft Fr vergrößert. Die tatsächlich wirkende Reibungskraft, auch Rückhaltekraft genannt, setzt sich also zusammen aus dem Anteil der durch das Eigengewicht der Last mit (G x μ) resultiert und dem Teil aus der Vorspannung, der sich aus der zusätzlich aufgebrachten Vorspannkraft (Fv x sin α x μ) errechnet. Beide Werte zusammen müssen größer sein als die Kraft, mit der die Last auf der Ladefläche zu wandern versucht, also dem 0,8- bzw. 0,5-fachen des Ladungsgewichtes.


Für die erforderliche Gesamtvorspannkraft Fv ergibt sich daraus folgende Formel:

G: Gewichtskraft in daN ≈ Masse in kg
0,8: Beschleunigungsfaktor in Fahrtrichtung
µ: Gleitreibbeiwert
α: Vetikalwinkel (Winkel zwischen Ladefläche und Sicherungsmittel)

Berechnungsbeispiel:


Ladung Fertigbetonteil
m= 4000 kg ≈ 4000 daN = G

Beton auf Holzladefläche:
µ = 0,3

Vertikalwinkel:
α = 60°

Fv = 7698 daN Gesamtvorspannkraft
Daraus kann die Anzahl der erforderlichen Umspannungen n berechnet werden:

Darin bedeutet:
STF = Standard tension force (die mit einem Spannelement erreichbare Vorspannkraft).
1,5 = Vorspannkraft-Multiplikator (STF Ratschenseite + STF Losende)
Im Beispiel wird eine 5t-ErgoABS Zurrgurt mit einer STF von 500 daN ausgewählt.
Es werden 11 Zurrgurte zum Niederzurren des Betonteiles benötigt.

Um die Anzahl der Gurte zu minimieren sollte man Antirutschmatten mit einem Gleitreibbeiwert von 0,6µ einsetzten!

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