Scharfe Kante

Definition der „scharfen Kante“

Per Definition ist eine Kante für ein Anschlagmittel dann immer scharf, wenn der Radius „r“ der Auflagefläche kleiner als die Dicke „d“ des Arbeitsmittels unter Belastung ist. Das bedeutet, dass auch ein Schäkel, ein Poller oder selbst der Kranhaken unter Umständen eine „scharfe Kante“ sein kann. Der Einsatz von ungeschützten Anschlagmitteln an „scharfen Kanten“ gefährdet die Anwender und führt immer zu einem deutlich erhöhten Verschleiß und zur Ablegereife der Anschlagmittel.

scharfe kante

Textile Anschlagmittel

Rundschlingen und Hebebänder sind aufgrund ihres niedrigeren Gewichtes extrem handlich, jedoch auch besonders durch „scharfe Kanten“ gefährdet. Häufig findet man im Betrieb Rundschlingen und Hebebänder, die beschädigt sind. Während für den Transport von Lasten mit offensichtlichen "scharfen Kanten" bereits ein Schutz in Form von Festbeschichtungen und Schläuchen aus Kunststoff und ganz neu – auch aus extrem flexiblen und leichten Hochleistungsfasern – verwendet wird, droht Gefahr von anderer Stelle. Wussten Sie z. B. dass ein herkömmlicher Schäkel für eine Rundschlinge derselben Tragfähigkeit bereits eine „scharfe Kante“ bildet und diese schädigt? Um gemäß der oben genannten Definition die Kante zu „entschärfen“, muss der Durchmesser des Schäkelbügels- oder des -bolzens mindestens doppelt so groß sein, wie die Dicke der Rundschlinge unter Last.

Die Auswahlkriterien für Schäkel sind daher:

  • Durchmesser Bügel und Bolzen in Relation zur Auflagedicke der Schlinge
  • Auflagebreite im Bügel und bolzen, um eine Quetschung der Schlinge zu vermeiden
  • Die Tragfähigkeit von Rundschlinge und Schäkel
In der Praxis müsste nach diesen Kriterien der Schäkel eine deutlich höhere Tragfähigkeit als die Rundschlinge aufweisen. Alternativ kann auf eine von der Berufsgenossenschaft und der Hersteller freigegebenen Kombination von speziellen Schäkeln / Rundschlingen zurückgegriffen werden.

Für den Einsatz von Rundschlingen an Pollern gilt dasselbe. Hier besteht nur die Möglichkeit der Verwendung von dünneren Hochleistungsrundschlingen oder Dimensionierung größerer Poller.
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Anschlagseile aus Draht / Grummets:

Vielen Anwendern ist nicht bewusst, dass auch Drahtseile besonders starken Gefährdungen durch „scharfe Kanten“ unterliegen. In der Praxis sind Drahtseile mit Quetschungen, Knicken, Klanken und Drahtbrüchen die Regel. Der Anschlag an zu kleinen Schäkeln oder Pollern ist auch hier oft die Ursache für die Vorschädigung. Testserien haben gezeigt, dass selbst bei einem Schäkeldurchmesser von 2 x Drahtseildurchmesser (gemäß Definition der "scharfen Kante" ein ausreichender Radius) nur 65% der Bruchlast verbleibt. Die volle Bruchlast wird erst bei einem Durchmesser von 4 x Drahtseildurchmesser erreicht.

Testserie Drahtseile an Kanten

Besonders zu beachten ist hierbei, dass bei Drahtseilen mit Ø größer 60 mm gemäß
EN 13414-3, Kapitel 5.3 zudem der Sicherheitsfaktor reduziert wird. Gerade im Schwerlastbereich muss somit auf ausreichenden Schutz des Drahtseiles geachtet wird. Unsere Empfehlung für die Kombination von Schäkeln und Drahtseilen ist die Verwendung von passenden Kauschen, beim Anschlag an Pollern die ausreichende Dimensionierung dieser.

Anschlagketten:

Das Heben von scharfkantigen Lasten ohne zusätzlichen Kantenschutz ist einzig mit mit geprüften und zugelassenen Anschlagketten erlaubt. Wichtig ist allerdings, dass eine Anschlagkette der nächsthöheren Nenndicke gewählt oder aber die Tragfähigkeit der Kette um 20% reduziert wird. Bitte beachten Sie im Betrieb darauf das Beschlagteile wie Ringe, Haken, Verkürzer oder Verbindungsglieder nur auf Zug und auf Biegung belastet werden dürfen. Diese dürfen nicht an Kanten oder Umlenkungspunkten liegen.
 
kette_an_scharfer_kante kette_an_scharfer_kante anschlagkette_an_poller

Das Thema Heben von scharfkantigen Produkten ist sehr komplex und es gibt unzählige Möglichkeiten für eine sichere und wirtschaftliche Lösung. Sprechen Sie uns an. Gerne untersuchen gemeinsam mit Ihnen Ihre Anwendungen. Praktische Vorführungen auf Wunsch möglich.

Sie kennen die Problematik des Anschlages an „scharfen Kanten“? Es gibt für jeden Anwendungsfall passende Möglichkeiten um Ihre Anschlagmittel zu schützen:

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