Wissenswertes zu Textilen Anschlagmitteln

1. Rechtsgrundlagen

Die technischen Anforderungen und die Hinweise zur Herstellung von Rundschlingen und Hebebänder sind europaweit in der EN 1492-1 und 1492-2 festgeschrieben.
National heißen die Normen DIN EN. Zur Konformitätskennzeichnung nach Maschinenrichtlinien 2006/42/EG tragen textile Anschlagmittel, die der
Europanorm entsprechen, das CE-Zeichen. Darüber hinaus findet auch die BG-Richtlinie BGR 500 Anwendung.

2. Tragfähigkeit und Lastanschlagfaktor

Aus dem Gewicht der Last und der Anschlagart ergibt sich die Tragfähigkeit des Anschlagmittels. Die häufigsten Anschlagarten für Hebebänder und
Rundschlingen entnehmen Sie der nachfolgenden Tabelle.

In Abhängigkeit von der Anschlagart verändert sich die Tragfähigkeit eines Anschlagmittels. Die Veränderung der Tragfähigkeit wird durch den Lastanschlagfaktor angegeben. Die Nenntragfähigkeit eines Anschlagmittels wird in der Anschlagart „einfach direkt“ angegeben. Den Lastanschlagfaktor für die restlichen Anschlagarten entnehmen Sie bitte der obenstehenden Tabelle.


Wichtig:
Über einen Winkelbereich von mehr als 60° darf nicht angeschlagen werden. Über diesen Neigungswinkel hinaus sind die auftretenden Kräfte unbeherrschbar

 

 

 

 

3. Handhabung und Einsatz

Hebebänder und Rundschlingen werden durch eine in der Europanorm festgelegten Farbe in Ihrer Nenntragfähigkeit gekennzeichnet. Der Verwender hat deswegen zusätzliche Sicherheit bei der Zuordnung der Tragfähigkeit (siehe Tragfähigkeitstabelle). Alle Nenntragfähigkeiten ab 10.000 kg sind orange, alle Zwischengrößen in einer eindeutig anderen Farbe (bei SpanSet oliv) zu kennzeichnen.

Hebebänder und Rundschlingen aus Polyester können in einem Temperaturbereich von -40 bis +100° C eingesetzt werden. Auch der Einsatz in Chemikalien ist nach vorheriger Überprüfung und Freigabe durch den Hersteller möglich. Beim Anschlagen mit textilen Hebebändern und Rundschlingen müssen Oberfläche und Kanten der Last berücksichtigt werden, denn scharfe Kanten sind gefährlich und können das Anschlagmittel beschädigen.

Eine scharfe Kante liegt immer dann vor, wenn der Kantenradius „r“ kleiner als die Materialstärke „d“ des Anschlagmittels ist. Ist die Last scharfkantig oder hat die Last eine raue Oberfläche, muss das textile Anschlagmittel mit geeigneten Abriebschutz-, Schutzschläuchen oder Festbeschichtungen ausgerüstet werden.


Vorsicht: Kein Abriebschutz ersetzt den schnittfesten Kantenschutz bei scharfkantigen Lasten! Grundsätzlich profitiert der Anwender beim Einsatz von Rundschlingen und Hebebändern vom geringen Eigengewicht der Anschlagmittel und von der Möglichkeit, Lasten materialschonend anzuschlagen.

Praxis-Tipp: Zur Verlängerung können Rundschlingen mit einem „Joker“-Haken verbunden werden. Niemals dürfen Rundschlingen geknotet oder ineinander geschnürt werden, da die Tragfähigkeit unkontrollierbar reduziert wird.

4. Prüfung und Instandhaltung

Mindestens einmal im Jahr sind Chemiefaserhebebänder und -rundschlingen durch einen Sachkundigen zu prüfen. In Abhängigkeit von den Einsatzbedingungen sind kürzere Prüfungsintervalle erforderlich. Die häufigsten Mängel sind Einschnitte ins tragende Gewebe, Brandschäden durch Funkenflug, mechanische Beschädigung der tragenden Nähte und des Rundschlingenschlauchs. Instandsetzungsarbeiten dürfen nur vom Hersteller oder einer von ihm beauftragten Person durchgeführt werden.

 

Den richtigen Umgang mit Anschlagmitteln, vermitteln wir Ihnen gerne in einem unserer Seminare über Hebe- und Anschlagtechnik.

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