SpanSet Prüfverfahren für Vorspannkräfte

Für textile Zurrmittel gilt die europäische Norm DIN EN 12195-1 „Berechnung von Zurrkräften“ und -2 „Zurrgurte aus Chemiefasern“. Zudem gelten die Hinweise der Richtlinie VDI 2700 Blatt 2, die neben der europäischen Norm in Deutschland für die Ladungssicherung mit textilen Zurrsystemen zu berücksichtigen ist.

Für das Niederzurren gilt:Je mehr Kraft mit einem Zurrsystem auf die Ladung aufgebracht werden kann, desto besser. Diese Faustformel setzt voraus, dass die Ladung den Kräften standhält und nicht durch das Gurtband beschädigt wird. Zurrsysteme werden aufgrund dieser Erkenntnis immer häufiger auf eine hohe Vorspannkraft STF (Standard Tension Force) ausgelegt. Dies erlaubt in vielen Fällen den Einsatz von weniger Spannelementen, um die errechnete Sicherungskraft aufzubringen.

Hohe Kräfte beanspruchen aber auch das Gurtband und die Mechanik der Spannelemente und erfordern eine bessere Vergütung der Zahnkränze.In der DIN EN 12195-2 wird die Ermittlung der STF unter ,,6.5.1 Prüfung der Vorspannfähigkeit“ beschrieben. Die DIN EN 12195-2 lässt hinsichtlich ihrer Durchführung jedoch auch Interpretationsspielraum, was je nach Auslegung unterschiedliche, nicht vergleichbare Ergebnisse hervorrufen kann.

In Bezug auf die Norm DIN EN 12195-1:2010 „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen – Berechnung von Sicherheitskräften“ ist in Fachkreisen die gängige Meinung, dass die Anforderungen an die Sicherheitskennwerte reduziert wurden. Sie entspricht in wesentlichen Punkten nicht dem in Deutschland üblichen Sicherheitsniveau und kommt deswegen nicht zur Anwendung.

STF-Wert-Ermittlung mit 50 daN Handkraft Das Geheimnis der hohen Vorspannkraft liegt in der Kraftübertragung. Lange Hebel, kleinere Zahnkranzteilungen, Doppelschieber und spezielle Halbwellen sowie dünnes Gurtband kommen zum Einsatz. Was bei 2- und 2,5-t-Zurrsystemen noch sinnvoll ist, führt bei leichten Zurrsystemen jedoch zu Problemen. Die STF eines leichten Zurrsystems mit einer LC von 400 daN und einer Gurtbandbreite von 25 mm wird in gleicher Versuchsanordnung mit 50 daN Handkraft ermittelt. Die Norm differenziert an dieser Stelle nicht. Infolge dessen erreichen diese Zurrsysteme STF-Werte, die über 50 % der LC liegen. Sie sind damit nicht mehr normgerecht und würden u.a. kein GS-Zeichen erhalten.

Auf dieses Problem hat der zuständige Prüfstellenerfahrungsaustauschkreis unter Aufsicht der ZLS (Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik) reagiert und die Handkraft für leichte Zurrsysteme auf 25 daN reduziert. Deshalb kann für diese Systeme wieder das GS-Zeichen erteilt werden. Allerdings ist das Produkt mit dem Zusatz „in Anlehnung an die Norm“ zu kennzeichnen, weil die Norm weiterhin explizit 50 daN Handkraft zur Ermittlung der STF vorschreibt. Anwendern sind diese Hintergründe schwer vermittelbar, zumal auch noch einige Systeme mit falscher Kennzeichnung oder dem fehlenden Hinweis „in Anlehnung an die Norm“ auf dem Markt sind.

Die STF-Prüfung nach Norm

Bei der STF-Prüfung wird das System zunächst in einem variablen Abstand von 0,5 bis 4,0 m an beiden Enden fixiert. Dann werden 1,25 Windungen des Gurtbands auf der Schlitzwelle aufgewickelt , der Handhebel des Spannelements zum Gurtband in einem rechten Winkel positioniert und mit bis zu 5 % der Systemfestigkeit LC (Lashing Capacity) vorgespannt.

Über eine Vorrichtung wird anschließend ein Gewicht zum Aufbringen der ,,normalen Handkraft“ SHF (Standard Hand Force) von 50 daN genutzt. Das Gewicht wird auf den waagerecht stehenden Handgriff abgelassen. Danach wird das Gewicht erneut angehoben und der Handgriff der Ratsche wieder in die Waagerechte gebracht und neu belastet. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis kein weiterer Krafteintrag ins System mehr möglich ist .

Die STF-Wert-Ermittlung

Der Kraftunterschied zwischen zwei Zähnen des Spannmittels kann dabei ohne Weiteres 120 daN betragen (Zähne des Spannelements gefangen und auf der Spitze stehend ). Der in die Berechnung eingehende Wert wird 10 Sekunden nach der endgültigen Entlastung abgelesen. Der Test wird in Abhängigkeit der Anzahl der Zähne fünfoder sechsmal wiederholt. Bei den Ergebnissen sind die Maximal- und Minimalwerte zu streichen und es ist ein Mittelwert zu bilden. Ausgewiesen wird die STF dann in 2-%-Schritten der LC. Wurde für ein Zurrsystem mit einer LC von 2.000 daN ein Mittelwert von 385 daN in der Prüfung ermittelt, kann eine STF von maximal 360 daN ausgewiesen werden (Schritte von 40 daN).

Ein Zurrsystem darf nur zum Niederzurren eingesetzt werden, wenn in der Prüfanordnung eine STF von 10 % bis maximal 50 % der LC erreicht wurde! Die Werte werden mit einer ,,Kraftmesseinrichtung“ ermittelt, was nach heutigem Verständnis digitale und geeichte Kraftmessdosen sind.”

Die Werksnorm – standardisierte Prüfung Normen sind wichtig und gut – Kompromisse sind nicht angebracht. Der Stand der Technik ist und bleibt aber das Maß der Dinge. Als innovatives Unternehmen reagiert SpanSet täglich auf die Anforderungen in der Ladungssicherungsbranche durch Weiterentwicklungen und Erneuerungen in punkto Technik und Sicherheit.

SpanSet hat Prüfeinrichtungen konstruiert und Prüfanweisungen erarbeitet, auf deren Basis die unterschiedlichen Normprüfungen durchgeführt werden. Die Dokumentation der Vorgehensweise schafft Transparenz und führt zu reproduzierbaren und verlässlichen Leistungsdaten, deren Ermittlung im Einklang mit der Norm steht. Prüfgrundsatz und Prüfeinrichtungen wurden in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen erarbeitet und mit den externen Prüfinstituten abgestimmt. Ergebnis: eine Werksnorm mit verlässlichen Prüfergebnissen auf Basis der DIN EN 12195-2!

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