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Offshore-Hebelösung für die Montage schwerer Skids auf einer Öl- und Gasplattform

Engineering, Sonderanschlagpunkte und zertifizierte Hebemittel für anspruchsvolle Offshore-Anwendungen

Für die Anwendung in einer Werft in Norwegen und später auf See, entwickelte Evers eine umfassende Hebelösung für die Montage und spätere Installation schwerer Skids und Anlagenmodule auf einer Offshore-Explorationsplattform. Die Plattform ist für den Einsatz in der Nordsee vorgesehen und soll bestehende Offshore-Anlagen ersetzen.

Im Mittelpunkt des Projekts stand nicht die Lieferung einzelner Hebemittel, sondern die Entwicklung eines vollständig abgestimmten Hebesystems – von der Lastaufnahme am Skid bis zur Verbindung mit dem Kranhaken. Hierfür wurden Sonderanschlagpunkte, Grummets, Kabelschlagstroppen, Schäkel, Seilverkürzer sowie verschiedene Traversen ausgelegt, geliefert, geprüft und dokumentiert.

Die zu bewegenden Lasten reichten von kleineren Komponenten bis hin zu schweren Anlagenmodulen. Der größte Einzelhub innerhalb des Projekts betrug dabei
150 Tonnen.

Herausforderung

Die Skids mussten während der Werftmontage sicher aufgenommen, transportiert und für die spätere Installation auf der Offshore-Plattform vorbereitet werden. Da jede Baugruppe unterschiedliche Abmessungen, Gewichte und Schwerpunktlagen besaß, war eine standardisierte Lösung nicht möglich.

Gleichzeitig sollten möglichst viele Hebevorgänge mit einer begrenzten Anzahl an Hebewerkzeugen durchgeführt werden. Dies erforderte ein durchdachtes System aus flexibel einsetzbaren Komponenten, das sowohl wirtschaftlichen als auch sicherheitstechnischen Anforderungen gerecht wird.

Zusätzlich mussten sämtliche Komponenten Offshore-Anforderungen erfüllen und umfangreiche Nachweise, Berechnungen, Prüfungen und Dokumentationen bereitstellen. Dabei wurden nicht nur einzelne Produkte betrachtet, sondern das Zusammenspiel aller Hebemittel innerhalb der jeweiligen Hebekonfiguration.

Regulatorische Anforderungen

Die Hebelösung wurde unter Berücksichtigung relevanter Offshore-Standards entwickelt.

Dazu gehörten insbesondere

  • NORSOK R-002 für die technischen Anforderungen an Hebeausrüstung und Hebekomponenten
  • NORSOK R-003 für die sichere Durchführung und Anwendung von Hebevorgängen
  • NORSOK M-101 für Fertigungs- und Schweißanforderungen an Stahlkonstruktionen
  • DNV-ST-N001 für die Auslegung von Lastfällen, Prüfungen und Offshore-spezifischen Hebeoperationen

Darüber hinaus wurden die einschlägigen Normen und Vorschriften für Traversen, Anschlagmittel, Schäkel und Drahtseilsysteme berücksichtigt.

Besonderes Augenmerk lag auf Offshore-spezifischen Einflüssen wie Windlasten, dynamischen Belastungen während des Hebevorgangs, Schwerpunktabweichungen, Tieftemperaturen und den erhöhten Anforderungen an Dokumentation und Zertifizierung.

Eingesetzte Hebemittel und Komponenten

Sonderanschlagpunkte für Skids

Ein wesentlicher Bestandteil des Projektes waren speziell entwickelte Sonderanschlagpunkte, die direkt an den Skids verschraubt wurden. Die ausgeführten Anschlagpunkte erinnerten konstruktiv an massive Poller und dienten als definierte Lastaufnahmepunkte für sämtliche Hebevorgänge.

Jeder Anschlagpunkt wurde speziell auf die Geometrie des jeweiligen Skids sowie die auftretenden Lasten abgestimmt. Dadurch konnte eine sichere Krafteinleitung in die Struktur gewährleistet werden. Gleichzeitig bildeten die Anschlagpunkte die Schnittstelle zu den eingesetzten Kabelschlagstroppen und Grummets.

Die Auslegung erfolgte nicht nur hinsichtlich der Tragfähigkeit, sondern auch im Hinblick auf die optimale Aufnahme der Seilsysteme, um Beschädigungen oder unzulässige Belastungen zu vermeiden.

Stahlseil-Grummets

Für die eigentliche Lastaufnahme kamen zahlreiche Stahlseil-Grummets in unterschiedlichen Ausführungen zum Einsatz. Je nach Hebekonfiguration wurden sowohl verseilte Grummets als auch Ausführungen mit eingelegten Kauschen verwendet.

Die Auswahl der jeweiligen Ausführung erfolgte auf Basis der Lastdaten, Anschlagwinkel, Schwerpunktlagen und geometrischen Randbedingungen der Skids. Dadurch konnte für jede Hebekonfiguration die optimale Kombination aus Sicherheit, Tragfähigkeit und Handhabung erreicht werden.

Ein besonders wichtiger Aspekt war die exakte Abstimmung zwischen den Sonderanschlagpunkten und den eingesetzten Stahlseil-Grummets. Die Kontaktflächen wurden so ausgelegt, dass keine schädlichen Kantenpressungen entstehen und die Seile nicht durch ungünstige Radien oder Kontaktstellen belastet werden. Diese Detailabstimmung ist insbesondere bei hohen Lasten von entscheidender Bedeutung.

Seilverkürzer

Da innerhalb des Projektes zahlreiche unterschiedliche Lasten mit variierenden Schwerpunktlagen gehandhabt werden mussten, kamen spezielle Seilverkürzer zum Einsatz.

Sie ermöglichten die Anpassung der effektiven Seillängen innerhalb der Hebekonfiguration und sorgten dafür, dass Lasten sicher und kontrolliert ausgerichtet werden konnten. Dadurch konnten identische Hebemittel für unterschiedliche Lastfälle eingesetzt werden.

Neben der technischen Funktion trugen die Seilverkürzer wesentlich dazu bei, die Anzahl erforderlicher Sonderwerkzeuge zu reduzieren und die Flexibilität auf der Werft zu erhöhen.

Schäkel als zentrale Verbindungselemente

Die unterschiedlichen Komponenten des Hebesystems wurden durch hochbelastbare Schäkel miteinander verbunden. Sie bildeten die Schnittstelle zwischen Sonderanschlagpunkten, Grummets, Kabelschlagstroppen, Seilverkürzern und Traversen.

Dabei wurden die Schäkel nicht lediglich als Verbindungselemente eingesetzt, sondern gezielt innerhalb des Gesamtsystems ausgewählt und kombiniert. Durch die passende Dimensionierung und Anordnung der Schäkel konnten die auftretenden Strangkräfte optimal verteilt und die Belastungen innerhalb der Hebekonfiguration kontrolliert übertragen werden.

Die intelligente Kombination der verschiedenen Schäkelgrößen und Bauformen war ein wichtiger Bestandteil des Engineering-Konzeptes und stellte sicher, dass alle Komponenten des Systems harmonisch zusammenarbeiten.

Spreiztraversen

Für verschiedene Hebevorgänge kamen speziell ausgelegte Spreiztraversen zum Einsatz. Sie ermöglichten eine kontrollierte Lastverteilung und reduzierten gleichzeitig ungünstige horizontale Kräfte innerhalb des Anschlagsystems.

Insbesondere bei großvolumigen Skids sorgten die Traversen für günstige Anschlagwinkel und eine gleichmäßige Lastverteilung. Dadurch konnten Lasten sicher bewegt werden, ohne unnötige Zusatzbelastungen in die Struktur oder die Anschlagmittel einzuleiten.

Die Traversen wurden auf die jeweiligen Lastfälle abgestimmt und als Bestandteil des Gesamtsystems in die erforderlichen Berechnungen und Nachweise einbezogen.

Rundrohrtraversen für hohe Traglasten

Zusätzlich kamen speziell ausgelegte Rundrohrtraversen für schwere Lastfälle zum Einsatz. Die Rohrkonstruktion bietet eine hohe Steifigkeit und Tragfähigkeit bei gleichzeitig optimierter Gewichtsverteilung.

Diese Traversen wurden insbesondere für anspruchsvolle Hebevorgänge mit hohen Lasten eingesetzt und projektspezifisch ausgelegt. Die Konstruktionen wurden entsprechend der Offshore-Anforderungen geprüft, dokumentiert und in die Gesamtbetrachtung des Hebesystems integriert.

Durch die Kombination aus Spreiztraversen und Rundrohrtraversen konnten unterschiedliche Lastgeometrien mit einer begrenzten Anzahl an Hebewerkzeugen sicher gehandhabt werden.

Engineering-Leistung

Die Projektarbeit begann bereits lange vor der eigentlichen Fertigung und Montage der Skids. Auf Grundlage der vom Kunden bereitgestellten Lastdaten entwickelte Evers die kompletten Anschlag- und Hebekonzepte.

Dabei wurde jede Hebekonfiguration ganzheitlich betrachtet. Nicht das einzelne Produkt stand im Fokus, sondern das Zusammenspiel aller Komponenten innerhalb des Systems.

Zum Leistungsumfang gehörten unter anderem

  • Analyse der Lastdaten und Schwerpunktlagen
  • Entwicklung der Hebekonzepte
  • Konstruktion der Sonderanschlagpunkte
  • Auswahl und Abstimmung der Grummets und Kabelschlagstroppen
  • Auslegung der Spreiz- und Rundrohrtraversen
  • Auswahl geeigneter Schäkel und Verbindungselemente
  • Optimierung der Werkzeuganzahl
  • Erstellung statischer Berechnungen
  • Erstellung von Hebeplänen
  • Dokumentation und Nachweisführung
  • Prüfungen und Lasttests der eingesetzten Hebemittel

Das Ergebnis war ein vollständig abgestimmtes Hebesystem, das die Anforderungen von Werft, Betreiber und Prüfgesellschaften gleichermaßen erfüllt.

Lieferumfang

Der Lieferumfang umfasste die komplette Verbindung zwischen Last und Kranhaken.

Geliefert wurden unter anderem

  • Sonderanschlagpunkte für Skids in verschiedenen Ausführungen
  • verseilte Grummets
  • Kabelschlagstroppen mit eingelegten Kauschen
  • Seilverkürzer
  • hochbelastbare Schäkel
  • Spreiztraversen
  • Rundrohrtraversen
  • Service- und Wartungswerkzeuge, sowie Dienstleistungen

Alle Komponenten wurden als aufeinander abgestimmtes Gesamtsystem betrachtet und entsprechend den Projektanforderungen geprüft, dokumentiert und zertifiziert.

Ergebnis

Das Ergebnis war ein vollständig dokumentiertes und normkonformes Hebesystem für anspruchsvolle Offshore-Montagearbeiten.

Der größte Einzelhub innerhalb des Projektes betrug 150 Tonnen. Gleichzeitig mussten zahlreiche weitere Lasten mit unterschiedlichen Gewichten, Geometrien und Schwerpunktlagen sicher gehandhabt werden.

Durch die Kombination aus projektspezifisch entwickelten Sonderanschlagpunkten, abgestimmten Grummets und Kabelschlagstroppen, intelligent eingesetzten Schäkeln, flexiblen Seilverkürzern sowie speziell ausgelegten Traversen entstand eine Lösung, die höchste Anforderungen an Sicherheit, Dokumentation und technische Ausführung erfüllt.

Die Lösung zeigt exemplarisch, wie aus Engineering-Kompetenz, normgerechter Auslegung und aufeinander abgestimmten Hebemitteln ein vollständig dokumentiertes Offshore-Hebekonzept entsteht – von der ersten Lastanalyse bis zum erfolgreichen Hub auf der Werft.

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