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Scharfe Kante - anschlagen, heben und transportieren

Sie müssen regelmäßig an kantige Lasten anschlagen, um diese zu heben und zu transportieren? Dann wissen Sie: Die Wahl des richtigen Anschlag- und Hebemittels ist besonders herausfordernd. Abgewetzte und eingeschnittene Rundschlingen sowie Hebebänder, geknickte Drahtseile, sogar beschädigte Anschlagketten sind die Folge, wenn Sie die scharfe Kante beim Heben Ihrer Bauteile nicht berücksichtigen. Sie können diesen Verschleiß Ihrer Anschlagmittel aktiv verhindern, damit deren Ablegereife  hinauszögern und Anschaffungskosten einsparen, wenn Sie die richtigen Schutzmaßnahmen treffen bzw. das geeignete Anschlagmittel auswählen. Nicht nur der Schutz des Transportgutes und Arbeitsmittels ist von der Auswahl des richtigen Anschlagmittels und dem passenden Zubehör abhängig: Vermeiden Sie Arbeitsunfälle mit schweren Verletzungen, indem Sie alle Kriterien rund um die scharfe Kante beachten.

Oft werden nur improvisierte und ungeprüfte „Kantenschützer“ wie z.B. Antirutschmatten benutzt. Für viele Anwender überraschend: Selbst der vermeintlich runde Bügel eines Schäkels ist eine Gefahr für das Anschlagmittel und gilt bei einem zu kleinen Umlenkradius als scharfe Kante. Erfahren Sie, was Sie beim Anschlagen an Ihre Last beachten müssen, kontaktieren Sie uns und lassen Sie sich individuell von unseren Produktexperten beraten.

Definition: Was ist eine scharfe Kante?

Eine Kante für ein Anschlagmittel ist immer dann scharf, wenn der Radius (hier r) der Auflagefläche kleiner als die Dicke (hier d) des Anschlagmittels unter Belastung ist. Das bedeutet, dass auch Schäkel, Poller oder selbst Kranhaken scharfe Kanten sein können. Der Einsatz von ungeschützten Anschlagmitteln an scharfen Kanten gefährdet die Anwender und führt immer zu einem deutlich erhöhten Verschleiß oder gefährlichen Beschädigungen sowie Tragfähigkeitsverlusten, was eine verfrühte Ablegereife und im schlimmsten Fall gefährliche Unfälle zur Folge hat.

Berücksichtigen Sie Kantenwinkel, Flächenpressung und Lasteigenschaften

Ob Zahnräder, Turbinenschaufeln oder Coils: Bauteile mit überstehendem Grat, mit spitzer und zackenförmiger Außenkontur oder zu kleinen Umlenkradien stellen hohe Anforderungen an das Anschlagmittel und den Verantwortlichen. Sorgen Sie dafür, dass die Flächenpressung zwischen der Last und dem Anschlagmittel möglichst gering und der Umlenkradius möglichst groß ist. Dadurch verhindern Sie Beschädigungen an Ihrem Transportgut und Ihrem Anschlagmittel. Sprechen Sie uns dazu an – gemeinsam finden wir eine sichere und effiziente Lösung zum Heben Ihrer Last. Die Eigenschaften der Last, in Bezug auf Größe, Gewicht und Struktur wirken sich ebenfalls auf die Tragfähigkeit des Anschlagmittels aus: Setzen Sie Ketten, textile Anschlagmittel und Drahtseile individuell ein und ergänzen Sie diese um Sleeves, Bumper, Kantenschutz, Schutzschläuche oder Kantenschoner.

Gehen Sie beim Anschlagen Ihrer Lasten sicher und effizient vor

Die erste Frage, die Sie sich beim Heben von Lasten stellen müssen, ist: „Verfügen mein Team und ich über die notwendigen Lösungen für den Einsatz an der scharfen Kante?“. Wenn Sie diese mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten können, fahren Sie fort und ermitteln Ihre individuellen Anforderungen rund um die scharfe Kante: Prüfen Sie dafür den Kantenradius, den Kantenwinkel, die Flächenpressung, die Lasteigenschaften sowie den geplanten Transportvorgang sorgfältig. Machen Sie sich außerdem mit den folgenden Richtlinien, Gesetzen und Anleitungen vertraut und setzen Sie diese in die Praxis um:

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen konkrete Anwendungsfälle, bei denen die Auswahl des Anschlagmittels für einen Kantenradius von 9,5 mm zu scharfen und unscharfen Kanten führt.

Anschlagkette VIP 4 t 10 mm

scharfkantig (r < d)

Drahtseil 1 t 10 mm

scharfkantig (r < d)

Hebeband zweilagig bis 10 t (Banddicke 3-7,6 mm)

nicht scharfkantig (r > d)

Rundschlinge 2 t 8 mm

nicht scharfkantig (r > d)

Rundschlinge Supra Plus ab 3 t

scharfkantig (r < d)

Die Auswahl des richtigen Anschlagmittels und Zubehörs

Wählen Sie auf Grundlage der Informationen rund um Ihre Last und den vorgesehenen Transportvorgang das passgenaue Anschlagmittel sowie entsprechende Zubehörteile für das Anschlagen an Ihrer Last aus. Lasten mit Kantenradien von r < 2 mm bezeichnen wir als „superscharfe Kanten“. Diese dürfen nie ohne die Beratung durch einen Fachexperten angeschlagen, gehoben und transportiert werden. Außerdem gibt es Besonderheiten, die Sie bei den verschiedenen Anschlagmitteln beachten müssen:

Anschlagseile aus Draht an der scharfen Kante sowie an Bolzen und Pollern

In der Regel werden Anschlagseile aus Draht ohne weitere Hilfsmittel am Bügel oder Bolzen des Schäkels angeschlagen. Deren Umlenkradien sind im Verhältnis zur Größe des Anschlagmittels zu klein und gelten als scharfe Kante. Ist das Verhältnis von Drahtseildurchmesser zu Bügeldurchmesser 1:1, kommt es zu einem unzulässigen Verlustfaktor von 0,5 in Bezug auf die Bruchkraft des Seiles. Ein solch hoher Verlustfaktor hat Drahtbrüche, Aufdoldungen, Quetschungen, Knicke, Klanken und Litzenbrüche zur Folge. In solchen Fällen bieten Grummets mir vernähter Schwerlastkausche einen zuverlässigen Kantenschutz.

Anschlagketten an der scharfen Kante

Anschlagketten  dürfen ohne einen zusätzlichen Schutz an der Last angeschlagen werden. Diese Robustheit und Stabilität machen sie zu den gängigsten Anschlagmitteln. Bei besonders empfindlichen Bauteilen empfiehlt sich ein Schutz, der Abrieb- und Schnittfestigkeit bietet. Ist der Radius der Umschlingung kleiner als die Nenndicke der Anschlagkette, dann gilt diese Kante als scharf. Die Tragfähigkeit der Anschlagkette ist dann um 20 % zu reduzieren oder die Anschlagkette um eine Nenndicke größer auszuwählen. Ein Sonderfall sind Umschlingungen um 180° wie z. B. an Bolzen, Pollern oder kleinen Vierkantprofilen. Hierbei muss der Durchmesser der Umschlingung mindestens das 9-fache der Kettennenndicke betragen. Andernfalls muss eine Tragfähigkeitsreduktion von 50 % vorgenommen werden (gem. EN 818-6, Anhang A.1.3.4). Das beschränkt die Nutzung der Anschlagketten in der Praxis. Daher gelten für Evers Anschlagketten aus dem RUD Baukastensystem im Rahmen einer Herstellerfreigabe auf Basis umfangreicher Prüfungen folgende Regeln:

  • Ist die Breite einer Umschlingung um mehr als das 3-fache größer der Nenndicke der Anschlagkette, erreichen Sie eine Tragfähigkeit von 100 %
  • Liegt die Breite der Umschlingung zwischen dem 2- und 3-fachen der Nenndicke der Kette verbüßen Sie 20% Tragfähigkeit (scharfe Kante)
  • Beträgt die Breite der Umschlingung weniger als das 2-fache der Nenndicke der Kette, ist die Anwendung zu unsicher und damit verboten

Typische Beschädigungen an Anschlagketten sind Verformungen der Kettenglieder, die Abnahme der Nenndicke sowie Brüche, Schnitte und Korrosionsnarben. Diese und alle anderen Anschlagmittel müssen regelmäßig, im Abstand von höchstens einem Jahr, durch einen Sachkundigen geprüft werden. Eine umfassende Dokumentation in Form eines Prüfprotokolls, bietet den entsprechenden Nachweis.

Textile Anschlagmittel: Rundschlingen und Hebebänder an der scharfen Kante

Rundschlingen und Hebebänder benötigen aufgrund ihrer textilen Beschaffenheit einen besonderen Kantenschutz. Ob verschiebbare Schutzschläuche aus Polyurethan oder ultrahochmoleukularem Polyethylen für Hebebänder und Rundschlingen oder Festbeschichtungen für Hebebänder – für jede Anwendung gibt es die passende Ausführung. Diese Festbeschichtungen eignen sich ideal für den langfristigen Einsatz an Walzstahl oder Betonteilen. Doch Vorsicht! – auch hier gilt: Lassen Sie sich bei superscharfen Kanten (r < 2 mm) immer von einem unserer Fachexperten beraten.
und Hebebänder  benötigen aufgrund ihrer textilen Beschaffenheit einen besonderen Kantenschutz. 

Anforderungen an Produkte rund um die scharfe Kante im Überblick

Stellen Sie fest, was das Anschlagmittel und -zubehör in Ihrem Anwendungsfall erreichen muss: Ist es Ihr Ziel, den Umlenkradius zu vergrößern, Punktbelastungen zu vermeiden, Flächenpressungen zu verringern und/oder das Transportgut und das Anschlagmittel vor Abrieb und Schnitten zu schützen? Wir begleiten Sie gerne bei diesem Prozess, machen Sie zu Anschlagmittel-Experten und finden Ihre optimale Produktlösung für eine sichere und effiziente Vorgehensweise. Dabei können Anschlagmittel entsprechend Ihrer Tragfähigkeit und Verwendung kombiniert werden. Welchen Anforderungen unsere Produkte rund um die scharfe Kante beim Heben und Anschlagen gerecht werden, sehen Sie in der folgenden Tabelle:

Anforderungen | ProdukteUmlenkradius vergrößernPunktbelastungen vermeidenFlächenpressung verringernSchnittfestigkeit erhöhen

NoCut®-Sleeve

   X

NoCut® C Pad

   X

NoCut® -Bumper

X  X

secuPad Kantenschoner

X  X

Evers Sling-Saver-Rollen

XXX 

secutex® Hebebänder

X  X

secutex® Kantenschutzschläuche für Rundschlingen

  XX

secutex® Kantenschutzwinkel

XXX 

secutex®  Kantenschoner für Anschlagseile und Anschlagketten

XXX 

 

Produkte für den Einsatz an der scharfen Kante 5

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